Digital Garden / Digitaler Garten 🪴

Vor einiger Zeit bin ich über diverse englischsprachige Websites und Youtube Videos auf eine Bewegung aufmerksam geworden, die sich dem Thema "Persönliches Wissensmanagement" (PKM), Zettelkasten und auch Digitale Gärten und dem Öffentlichen Lernen für sich entdeckt hat. Seit Mitte 2020 – wo der Begriff das erste Mal richtig aufgekommen ist – sprießen und gedeihen seitdem viele kleine Digitale Gärten, in denen sie ihre Notizen und Erkenntnisse (öffentlich) sammeln.

Was ist ein Digitaler Garten?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, da es keine fixe Definition oder Anforderungen an einen solchen gibt. Jeder definiert fĂĽr sich selbst

  • wie er seinen eigenen „digitalen Garten“ gestaltet,
  • was er fĂĽr Inhalte dort veröffentlicht und
  • wie er diese organisiert.

Vom Samen zum Evergreen

Der Gedanke hinter dieser Bezeichnung ist, dass unser Wissen zu einem Thema immer weiter wächst, sofern wir uns um das Thema immer weiter kümmern. Am Anfang ist unser Wissen noch begrenzt. Wir machen uns jedoch bereits die ersten Notizen mit groben Informationen. Wir setzen einen Samen 🌱 in die Erde, von unserem digitalen Garten, ein.
Mit der Zeit finden wir immer mehr Dinge zu einem Thema heraus. Es entstehen so neue Gedanken und Notizen. Bisherige Notizen überarbeiten oder ergänzen wir. Aus den einzelnen Setzlingen können so Keimlinge 🌿 werden.
Und wenn wir uns immer weiter damit beschäftigen, werden wir so viel Wissen und Erkenntnisse angesammelt haben, dass wir umfangreiche Artikel schreiben, Vorträge halten oder als Buch veröffentlichen und so unser Wissen mit immer mehr Menschen teilen. Das sind dann die Evergreens 🌳 (oder auch Permanente Notizen genannt).

Aus einzelnen Gedanken wird ein Netz des Wissens 🕸

Ein einzelner Gedanke, eine Idee oder Notiz ist vielleicht erst einmal nicht viel wert. Aber mit der Zeit werden wir feststellen, dass eine Notiz an andere Notizen anknüpft. Diese können (und sollten) wir dann miteinander verlinken. So kommen eventuell neue Erkenntnisse (oder Fragestellungen) zu Tage, weil wir auf einmal Beziehungen zwischen den unterschiedlichsten Notizen und Themen erkennen.
Die Methode dahinter ist als Zettelkasten bekannt.

Wie wird ein Digitaler Garten erstellt?

Auch hier gibt es reichlich Möglichkeiten und nicht die eine Lösung, welche alle verwenden:

Insbesondere Letzteres ist eine sehr einfache und schnelle Möglichkeit, einen eigenen Digitalen Garten zu erstellen und zu veröffentlichen.

Wer sich dafür interessiert, selbst einen Digital Garten zu pflegen sollte sich jedoch von den ganzen Diskussionen nicht verrückt machen lassen. So wie jeder Garten unterschiedlich gestaltet ist, so gibt es auch für Digitale Gärten keine technischen Mindestanforderungen.
Gemein ist ihnen nur die Tatsache, dass es sich um persönliche Bereiche auf einer Website handeln und diese sich mit der Zeit (weiter)entwickeln.